Festung Wangerooge

Impressionen erhaltener LS-Anlagen / Spuren des Luftkrieges / 16.09.2009

Vielen Dank an Herrn Peter Raddatz für die Unterstützung und Bereitstellung von Bildmaterial für diese Rubrik!

Die Insel Wangerooge wurde im Zweiten Weltkrieg stark befestigt. Diverse Flakstellungen wurden errichtet. Dabei ging es dem Militär nicht primär um den Schutz der Insel, sondern um deren Zweck als Bollwerk gegen feindliche Bomberverbände auf ihrem Weg zu den gefährdeten Städten Wilhelmshaven und Bremerhaven. Ungefähr 100 Bunker wurden auf der Insel gebaut, viele davon waren Bestandteile der Flakstellungen (Geschützbunker, Munitionsbunker, Mannschaftsbunker usw.). Auch zivile LS-Bauten entstanden im Inseldorf, darunter auch einige betonierte Deckungsgräben. In der Kriegsendphase wurde Wangerooge zur Festung erklärt. Am 25. April 1945 fand ein schwerer Luftangriff auf die Insel statt, der ungefähr 300 Todesopfer forderte. 20 Menschen wurden bei diesem Angriff in einem Kleinbunkerunterstand einige Meter westlich des Inseldorfes (westlich der heutigen Marinesignalstation) in den Dünen getötet. Ihre zerfetzten Leichen konnten nicht mehr geborgen werden. Der Bunker wurde vermauert und zugeschüttet. Heute befindet sich an dem Ort eine Kriegsgräberstätte.

Noch immer sind auf der Insel zahlreiche Bombentrichter zu sehen. Die meisten LS-Bauten allerdings wurden bereits kurz nach Kriegsende gesprengt und später dann großteilig gänzlich beseitigt. Nachfolgend Impressionen von dem, was heute noch erkennbar ist. Es gibt jedoch noch einige weitere Anlagenreste, die hier nicht aufgeführt sind.

Karte der Befestigungen Wangerooges (nicht komplett)

Wie ein Relikt des Bombenkrieges: Teilabgebrochenes historisches Gebäude im Ortskern 2009

Impressionen der Insel

Bombentrichter

Bereits auf der Hinfahrt von der Fähre zum Inseldorf sind direkt an den Zuggleisen diverse Einschlagstellen erkennbar.

Sirenen

Sirene Bahnhof

Sirene Inselgymnasium

Sirene Feuerwehrgebäude

Mindestens drei Sirenen der Bauart E57 sind noch heute auf der Insel vorhanden. Eventuell könnten diese aus Kriegszeiten stammen, oder aber an den Standorten der Ursprungssirenen montiert worden sein.

Verbunkerte Zisterne

Bei diesem Objekt im Dorfkern wird es sich um eine verbunkerte Frischwasserzisterne aus Kriegszeiten handeln. Mutmaßlich könnte dies aber auch eine Personenluftschutzanlage gewesen sein.

Bunker im und unter dem Cafe Pudding

Der umbaute Funkmessgerätbunker

Der Kleinstollen im Hügel darunter

Auf dem "Pudding" wurde im Krieg ein Bunker als Aufnahmestand für ein Funkmessgerät errichtet. Auch in dem kleinen Hügel selbst entstand ein kurzer Schutzstollen. Dieser ist noch heute erhalten. Der Bunker auf dem "Pudding" wurde nach dem Krieg entfestigt, später dann mit dem Cafe umbaut. Heute findet im entfestigten Bunker das Buffet des Cafes statt.

LS-Keller

Ebenfalls im Dorfkern befindet sich unter einem historischen Gebäude ein LS-Keller. Dieser verfügt über einen externen Lüftungsturm (links) und einen Notausstiegsturm (rechts) daneben.

Mutmaßlicher LS-Keller

Direkt am alten Leuchtturm im Inseldorf befindet sich dieses Objekt. Eventuell könnte dies ein LS-Keller gewesen sein. Beachtenswert sind die vermauerten Kellerfenster.

Kleiner Selbstschutzhochbunker Jadestraße

An der Jadestraße befindet sich dieser kleine Hochbunker. Er stand der Zivilbevölkerung zur Verfügung und könnte durchaus als bombensicher eingestuft gewesen sein. Heute dient der Bunker als Lager.

Regelbau R 639 Jadestraße

Noch immer befindet sich auf Wangerooge ein intakter Regelbau (weitere zumindest teilweise noch existierende Regelbauten werden vermutet). Der R 639 (großer Sanitätsunterstand) mit Baujahr 1944 wurde im Rahmen der Befestigungsmaßnahmen der Deutschen Bucht errichtet und kann zweimal die Woche besichtigt werden. Leider fanden zum Zeitpunkt unseres Besuches keine Führungen statt, obwohl wir gern daran teilgenommen hätten. Der Regelbau befindet sich unweit des ersten Bunkers an der Jadestraße.

Kriegsgräberstätte und Friedhof

Dies ist die bereits beschriebene Kriegsgräberstätte westlich der Marinesignalstation unweit westlich des Inseldorfes.

Noch weiter westlich wurde ein Friedhof mit hierhin umgebetteten Opfern des Luftangriffes vom 25. April 1945 angelegt.

 

 

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