Herzbruchstollen / LS-Anlage Bauart "Herzbruch"

Diese, ähnliche und im Fassungszahlhinweis angepasste Schilder befanden sich an den Eingängen der Herzbruchstollen...

Herzbruchstollen Kettenstraße / Schlosserstraße 23/25

Genauer Schnitt wie Herzbruchstollen Pflegeheim Banter Weg

Herzbruchstollen Pflegeheim Banter Weg
Elfmal wurde nachweislich die Luftschutzanlage / Luftschutzstollen der Bauart "Herzbruch" (Kennummer RL 3-39/317), benannt nach dem Konstrukteur Hugo Herzbruch, zwischen Ende 1939 und Anfang 1940 in der Kriegsmarinestadt Wilhelmshaven errichtet:
2. Pflegeheim Banter Weg vorhanden Aufnahmen vorhanden / siehe auch Aufnahmen der Begehung
3. Kettenstraße / Schlosserstraße 23/25 Reste vorhanden / verfüllt und überschüttet Aufnahmen vorhanden
5. Valoisplatz Aufnahmen vorhanden
6. Lilienburgschule, Lilienburgstraße Heppens
7. Schule Schulstraße Aufnahme vorhanden
9. Im Rüstringer Deich / "Mausefalle" Aufnahme ehemaliger Standort vorhanden
10. Im Rüstringer Deich / circa 100 Meter nördlich von "Mausefalle" vorhanden / teilweise verschüttet Aufnahmen vorhanden
11. Borkumstraße / Alter Deichsweg Aufnahme vorhanden
Acht der nachgewiesenen Herzbruchstollen wurden in Wilhelmshaven nach aktuellem Stand - zumindest über der Erdgleiche - restlos beseitigt. Was unter der Erde vielleicht noch übrig ist, wird wohl nicht mehr herauszufinden sein.
Die Luftschutzanlage der Bauart Herzbruch war kein Schutzbauwerk im "oberirdischen" Sinne. Es handelte sich dabei um regulär einen runden LS-Stollenbunkerkörper unter der Erdgleiche (die Abschlussdecke ragte circa einen Meter über das Erdreich), welcher angebunden war an meist vier Eingangsstollen, die rhombenförmig in "bildlich zwei Dreiecke" geteilt diagonal mit vier splittergeschützten Eingangsbauwerken an der Erdgleiche mündeten. Grundsätzlich galt diese Anlage in ihrer Entwicklung nur als "bedingt bombensicher". In Wilhelmshaven existierten / existieren abweichend vom Grundpatent auch Anlagen, welche statt einem runden Bunkerkörper interessanterweise zwei besaßen / besitzen.
Beispielsweise der Herzbruchstollen der Schule Bremer Straße, welcher zwischen den Schulgebäuden an der Gerichtsstraße und der Bremer Straße längsseitig lag, wurde nach dem Krieg vermauert (jedoch nur einer der beiden Eingänge). Die Notausstiegsluke in der Mitte des Stollens und der andere Eingang blieben unverschlossen und wurden in diesen Bereichen nach einiger Zeit durch Vandalismus stark beschädigt. Müll sammelte sich in den Jahren vor den Eingängen. Eine die Schulkinder gefährdende Rattenplage aus dem mittlerweile unter Wasser stehenden unzulänglich gesicherten Bunker wurde befürchtet. Nach einigen Anträgen wurde der Stollenbunker dann ab Mai 1955 abgerissen...
Der Herzbruchstollen im Rüstringer Deich, welcher noch heute existiert, könnte bauartgleich mit dem entfernten Stollen Kaakstraße / Mühlenweg sein. Beide Stollen weisen / wiesen jeweils einen runden Bunkerkörper, sowie zwei im rechten Winkel zueinander befindliche Eingänge mit einer dahinter befindlichen, wohl nur eine einzige Schutzkammer fassenden Röhre, auf...
Mit Beginn des "Sofortprogrammes" Ende 1940 wurde dieser Luftschutzanlagentyp nicht mehr als "bedingt bombensicher" geführt, sondern lediglich als splitter- und trümmersicher.
Bislang liegen uns nachweislich nur Informationen über die Errichtung des Herzbruch-LS-Anlagentypes allein in der Stadt Wilhelmshaven vor.

Ungefährer Schnitt Herzbruchstollen Valoisplatz

Genauer Schnitt wie Herzbruchstollen Pflegeheim Banter Weg
...siehe auch Aufnahmen der Begehung...

Ungefährer Schnitt Herzbruchstollen im Rüstringer Deich
Diese Seite ist Bestandteil der Präsenz